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Wissenschaftsminister Bernd Sibler im Interview zum Sommersemester 2020

[18|05|2020]

"Kein perfektes, aber doch ein gutes Semester"

 

Wie sich die Corona-Pandemie auf das Sommersemester 2020 auswirkt und was sich dadurch ändern wird, erklärt Wissenschaftsminister Bernd Sibler in einem Interview. Hier lesen Interessierte einen Auszug. Das ganze Interview als PDF ist unter diesem Link zu finden.

 

Wie sieht es nach Corona aus: Wird das digitale Semester die Lehre langfristig verändern?

Bernd Sibler: Nach dem Sommersemester werde ich gemeinsam mit der Hochschulfamilie eine Reflexionsrunde starten, um Bilanz zu ziehen: Welche neuen Möglichkeiten haben sich ergeben? Was hat bei der digitalen Lehre gut geklappt? An welchen Schrauben müssen wir noch drehen und wo stoßen wir an Grenzen? Auch wenn sich viele Online-Angebote sicher dauerhaft durchsetzen werden, gehen einem die persönlichen Begegnungen, der unmittelbare Austausch auf dem Campus und im Hörsaal und Präsenzangebote zum Studium und zum Hochschulalltag doch ab. Aber mit Blick auf die Chancen erwarte ich mir durchaus einen kräftigen digitalen Schub für unsere Hochschulen!

 

Welche Konsequenzen hat der Ausfall von Präsenzveranstaltungen auf Prüfungen?

Bei Prüfungen im Sommersemester 2020 bemühen sich unsere Hochschulen darum, für ihre Studentinnen und Studenten praktikable Formate zu finden. Mein Rat ist, diese Angebote auch anzunehmen. Die hochschulischen Prüfungen, die im Sommersemester 2020 abgelegt werden, zählen.

Was mir dabei wichtig ist: Wem das nicht möglich ist, dem dürfen keine Nachteile aufgrund prüfungsrechtlicher Regeltermine und Fristen sowie der Regelstudienzeit entstehen. Wir arbeiten deshalb unter Hochdruck an einer Regelung, nach der sich Fachsemester- bzw. Regelstudienzeiten-gebundene Regeltermine und Fristen automatisch verschieben bzw. verlängern lassen.

 

Ist die Rückkehr zu Präsenzveranstaltungen noch in diesem Sommersemester denkbar?

Eine Öffnung der Hochschulen und ein üblicher Lehrbetrieb noch in diesem Sommersemester erscheinen mir aktuell eher unwahrscheinlich. Aber wir müssen die Entwicklung der Infektionszahlen aufmerksam beobachten und entsprechend auf Sicht fahren.

Übrigens: Bestimmte Praxisveranstaltungen sind an den Hochschulen seit dem 27. April – im Einzelfall – unter strengen Hygienemaßnahmen möglich. So dürfen zum Beispiel an den Kunsthochschulen auf der Grundlage eines mit dem Gesundheitsministeriums abgestimmten Hygienekonzepts Studentinnen und Studenten wieder die Hochschulräume nutzen, um zu üben, musikalischen Unterricht zu erhalten oder in Studienwerkstätten und Technikräumen zu arbeiten. Selbstverständlich müssen dabei alle allgemeinen Vorgaben und Empfehlungen zur Hygiene und zum Infektionsschutz eingehalten werden. Denn nach wie vor gilt: Der Schutz der Gesundheit geht vor.